Im letzten Schuljahr haben wir für den Jahrgang 8 zum ersten Mal das Projekt „Herausforderung“ durchgeführt.

Welchen Sinn hat das Projekt „Herausforderung“? Die Pubertät ist eine herausfordernde Zeit. Für die Schüler selbst, für die Eltern und natürlich auch für uns Pädagogen. Erwachsenwerden ist immer auch verbunden mit Grenzerfahrungen. Das spüren wir jeden Tag, wenn unsere Schüler versuchen, ihren Wirkungsraum durch Verlagerung der Grenzen weiter nach außen zu vergrößern. Wir haben durch das Projekt „Herausforderung“ die Möglichkeit geschaffen, unseren Schülern einen größeren Wirkungsbereich zu geben. Hier können sie Erfahrung von Selbstwirksamkeit machen. Hier können sie erleben, dass eigenes Handeln zum Ziel führen, aber auch das Scheitern zur Folge haben kann. Dies trägt zur Identitäts- und Persönlichkeitsbildung bei, schafft im Zuge eines Reflexionsprozesses die Möglichkeit, eigenes Handeln neu zu justieren und bietet eine Plattform, sich aus der Konsumhaltung in Richtung Verantwortung und Selbstverantwortung zu bewegen. Das Projekt Herausforderung schafft einen Rahmen, konstruktiv mit Grenzerfahrungen umzugehen, weil sich die Schüler selbst Ziele setzen, Maßnahmen und Strategien zum Erreichen dieser Ziele formulieren und anwenden und dabei die Erfahrung machen, ob eine Strategie aufgeht oder eben nicht. Konsequenz steuert die Bewegung. Wirkliche Konsequenz kann aber nur dann erlebt werden, wenn wir unseren Schülern die Verantwortung nicht abnehmen. Darüber hinaus soll Schülern im Rahmen dieses Projekts die Möglichkeit gegeben werden, durch ein Praktikum im ökologischen oder sozialen Bereich Erfahrungen zu sammeln, die die Bedeutung dieser Handlungsfelder im gesellschaftlichen Miteinander betonen. Wir hoffen ferner, dass unseren Schülern durch die konkreten Erfahrungen in einem solchen Praktikum in der Berufsfindungsphase ein um die ökologische und soziale Dimension erweiterte Planungsebene zur Verfügung steht und dass unsere Schüler für sich die Möglichkeit erkennen, nach dem Schulabschluss erst einmal ein freies soziales oder ökologisches Jahr zu absolvieren. Konkrete Erfahrungen als Orientierungshilfe, in welche Richtung das weitere Leben verlaufen kann und soll, sind nicht zu unterschätzen. Vielleicht vor dem Hintergrund der Endsolidarisierung innerhalb der Gesellschaften, des Pflegenotstands und den Herausforderungen im ökologischen Bereich ein wichtiger Baustein schulischer Bildung.

Wie ist das Projekt im letzten Schuljahr abgelaufen?

  • Die Schüler haben ein Herausforderungsprojekt gewählt oder sie haben sich für ein Sozialpraktikum oder ökologisches Praktikum angemeldet.
  • An zwei ganzen Schultagen haben sich die Schüler auf das Herausforderungsprojekt eingelassen bzw. sie wurden auf ihre Rolle als Praktikant in sozialen oder ökologischen Einrichtungen vorbereitet.
  • In der Woche nach Pfingsten (Mittwoch bis Freitag) hat das Praktikum bzw. die Herausforderungswoche dann stattgefunden.

Folgende Projekte wurden realisiert:

Mit dem Mountainbike durch Norddeutschland: Eine Gruppe ist mit dem Fahrrad auf kleinsten Wegen von Hamburg zurück nach Hause gefahren. Übernachtet wurde in Zelten.

Auf Partnersuche: Eine Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, eine Partnerschule im Ausland zu finden und ein Austauschprojekt zu organisieren.

Teilzeitvegetarier: Zwei Gruppen haben versucht, eine Woche auf Fleisch zu verzichten. Dabei wurden Rezepte von vegetarischen Rezepten erprobt und dabei wurde festgestellt, dass es auch ohne Fleisch geht.

Klimadetektive in der Waldschule: Eine Gruppe hat versucht, Maßnahmen zur Energie- und Mülleinsparungen an der Waldschule umzusetzen.

Eine Gruppe hat sich handlungsorientiert und praxisbezogen mit der Frage auseinandergesetzt, wie behindertengerecht unsere direkte Umwelt eigentlich ist.

Eine Gruppe hat eine Krimikomödie produziert.

Dann gab es eine Gruppe, die sich mit der Frage auseinandergesetzt hat, wie belastet man als Eltern mit einem schreienden Baby eigentlich ist. Für dieses Experiment standen natürlich keine richtigen Babys zur Verfügung, sondern fast real wirkende Babypuppen.

In den letzten Wochen haben sich die Schülerinnen und Schüler auf die Präsentation ihrer Erfahrungen vorbereitet.

Die Präsentation der Herausforderungsprojekte fand am Freitag, den 23. November 2018 in der Zeit von 9.25 bis 10.55 Uhr in der Aula statt. Eingeladen war der jetzige Jahrgang 8, der auf diese Weise in das Herausforderungsprojekt 2019 eingestimmt werden soll. Eine bunte Vielfalt an Vorführungen: Filme, PowerPoint oder Keynote-Präsentationen, Ausstellungen, Plakat- und Fotowände etc.

Es hat sich gelohnt. Der jetzige Jahrgang 8 ist eingestimmt auf das Projekt Herausforderung 2019 und die Schüler des letzten Jahrgangs 8 haben in Form von tosendem Applaus die Lorbeeren für ihre Arbeit geerntet.

 

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