Seit einigen Jahren bietet der Architekt Jürgen Lönnecke in unserem Hause schon die AG „Kreatives Arbeiten mit Holz“ am Nachmittag an.

Journalismus-WPK: Was ist Ihnen wichtig, wenn Sie dieses AG anbieten?

Lönnecke: Mir ist es wichtig, dass meine Schüler und Schülerinnen lernen, eine technische Zeichnung zu lesen, dass sie mit dieser Zeichnung ins Holzlager gehen und die entsprechenden Materialien zusammentragen. Dabei müssen sie berücksichtigen, dass nur so viel Material aus dem Lager entnommen wird, wie tatsächlich für das Werkstück benötigt wird. Es wird kein Werkstück unter meiner Leitung gefertigt, was nicht vorher skizziert oder gezeichnet wurde.

Journalismus: War sind sie da so konsequent?

Lönnecke: Jeder einzelne Schüler muss begreifen, dass ein Lager nicht unendlich viel Material beherbergt und dass das Material, das sie gerade aus dem Lager nehmen, Geld kostet, denn das Lager muss wieder aufgefüllt werden. Und da sind wir bei dem nächsten Thema.

Journalismus: Das da wäre?

Lönnecke: Die Kalkulation (die Kosten). In einer Stückliste sind dann alle Materialien gelistet und in Geld ausgewiesen. So, und so lernen sie mit dem Geld, das ihnen nicht gehört, zu haushalten.

Journalismus: Was lernen die Schüler bei ihnen auch noch?

Lönnecke: Materialkunde, die Charakteristik des Holzes. Alles Wissenswerte über den Rohstoff Holz, Holzverbindungen und die technische Bearbeitung.

Journalismus: Wo gibt es die größten Probleme?

Lönnecke: Eine Zeichnung zu lesen oder den angegebenen Maßstab umzurechnen, bereitet den jungen Handwerksgesellen noch Probleme. Dafür ist die Tafel in der Werkstatt ein wertvolles Hilfsmittel, auch für eine 3D-Zeichnung oder eine Isometrie, die wir gemeinsam an die Tafel bringen, damit Linien sichtbar werden, die in einer Zeichnung nicht sofort erkennbar ist.

Journalismus: Wie wichtig ist Teamarbeit bei Ihnen?

Lönnecke: Es ist ganz wichtig, dass sich die Schüler untereinander helfen, dass sie gemeinsam Lösungen erarbeiten und Probleme auch gemeinsam enträtseln. Ein vermurkstes Werkstück muss nicht gleich in den Abfallkorb. Da ist auch die Kreativität gefragt, wie man das eine oder andere noch retten kann.

Journalismus: Wie ist es mit der Sicherheit im Werkraum? Was muss man da beachten, damit kein Unfall passiert?

Lönnecke: Der passende Einsatz der richtigen Werkzeuge und deren Nutzung muss thematisiert werden, damit Unfälle vermieden werden. Auch der Umfang mit elektrischen Geräten und die Unfallverhütungsvorschriften sind wichtige Elemente in meinem Unterricht. Sicherheit hat höchste Priorität.

Journalismus: Was passiert mit den Werkstücken?

Lönnecke: Viele Werkstücke aus meinem Kurs werden am 8. und 9. Dezember auf dem Weihnachtsmarkt in Sandkrug verkauft. Die Waldschule hat dort eine Verkaufsbude angemietet. Man darf gespannt sein. Es sind schöne Gegenstände entstanden (eine kleine Auswahl ist in folgenden Galeriebildern zu sehen).

Journalismus: Wir bedanken uns für das Gespräch.

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