child hand touching the screen of a tablet

Liebe Eltern unserer Waldschülerinnen und Waldschüler,

es vergeht eigentlich kein Tag mehr, an dem man in Printmedien, Radio, Fernsehen oder Internet nicht mit dem globalen Thema der Digitalisierung konfrontiert wird. Sie betrifft alle gesellschaftlichen Bereiche und vor allem gerade den Bereich Schule und Ausbildung. Bundesweit nimmt die Digitalisierung in der Schulentwicklung an Fahrt auf und wir sind zugegebener Weise sehr froh, hierbei schon viele Schritte gegangen zu sein. Aufgrund des erreichten Professionalisierungsgrades der Digitalisierung in der Waldschule ist es uns möglich, die Diskussionen rund um technische Ausstattung, etc. in den Hintergrund treten zu lassen und uns auf die Entwicklung des Unterrichtes und der Pädagogik zu konzentrieren.

Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, diesbezüglich die Zügel etwas anzuziehen, denn auch die Kinder „professionalisieren“ sich im Umgehen von Sperren und Grenzen. Allerdings ist dieses Verhalten ja Gott-sei-Dank seit Jahrhunderten von Generationen während der besonderen Zeit der Pubertät nichts Neues.

Derzeit beherrschen einige Programme und Anwendungen scheinbar den Alltag vieler Jugendlicher, die in unseren Augen als extrem suchtgefährdend und zum Teil gewaltverherrlichend zu bewerten sind. Dabei handelt es sich z.B. um die Spiele „Fortnite“ und „Call of Duty“, und bspw. die Social-Video-App „Tik Tok“, die in der Kritik steht, immer wieder gegen das Jugendschutzgesetz zu verstoßen. Auch soziale Netzwerke wie „Snapchat“ lenken den Fokus der Kinder immer wieder auf das Verfassen von Nachrichten, Versenden von Bildern, etc.
Um Ihren Kindern zu verdeutlichen, dass wir einerseits handeln, wenn Grenzen überschritten werden, andererseits aber auch, um den bestmöglichen Schutz Ihrer Kinder in der Welt des Netzes sicherzustellen, haben wir uns nun dazu entschlossen, die Tablets der Kinder in der App-Nutzung noch stärker einzuschränken. Das bedeutet, dass die oben genannten sowie weitere bedenkliche Apps für die Nutzung –auch von zuhause aus- gesperrt sind.

Trotz des Eingriffes in die private Nutzung der Geräte gehen wir davon aus, dass Sie mit diesem Verfahren sehr einverstanden sind ;-). Schreiben Sie uns gern, falls auch Sie Hinweise haben, welche Apps in Ihren Augen nicht zugänglich sein sollten.
Einige Netzwerke und Anwendungen werden wir bewusst zugänglich lassen, weil wir mit den Heranwachsenden über Gefahren und Chancen im Netz ins Gespräch kommen möchten.

Abschließend bitte ich Sie kurz über Folgendes nachzudenken:
Niemals würden wir unsere Kinder mit ihren Fahrrädern auf Schnellstraßen fahren lassen, sie nachts allein durch dunkle Gassen einer Großstadt spazieren lassen oder ihnen erlauben, grundsätzlich all das in ihrem Leben zu machen, was sie wollen.
Im Internet aber passiert genau das: Die Kinder bewegen sich leider oft unkontrolliert und ungefiltert über die Datenautobahnen, vorbei an Gewalt, Pornographie, Pädophilie, Datenfishing, etc. Sie geben in sozialen Netzwerken nahezu alles von sich Preis, verlieren ihre Privatsphäre und manchmal auch sich selbst. Der Einfluss anderer, Kommentierungen, Likes und die Zahl der Follower scheinen darüber zu entscheiden, wie wertvoll man ist, nicht aber über Charakter, Einstellungen und Haltung.
Das Fortschreiten der digitalen Transformation unserer Gesellschaft lässt sich nicht aufhalten und bietet sicherlich ebenso viele Vor- wie Nachteile. Unsere wichtigste Aufgabe in der Erziehung der heranwachsenden Generation ist es also, die Kinder auf diese Herausforderungen der digitalen Zukunft vorzubereiten und Ihnen Gefahren aufzuzeigen, indem wir sie zunächst davor schützen. Irgendwann werden sie dann hoffentlich befähigt sein, als verantwortungsvolle und sensibilisierte junge Menschen in der Netzwelt (und natürlich außerhalb des Netzes) zu agieren.


Wir hören immer wieder, dass Schülerinnen und Schüler zuhause auf ihren Spielekonsolen oder PCs Spiele spielen, wie das Egoshooter-Spiel GTA 5, das extrem gewaltverherrlichend ist. Ich werde nicht müde, Sie mit Nachdruck darum zu bitten, zu kontrollieren, wie sich Ihre Kinder auch via PC und Smartphone im Netz bewegen. Riskieren Sie Auseinandersetzungen (die Sie natürlich gewinnen 😉 ). Schützen Sie Ihr Kind…eben wie vor Unfällen im Straßenverkehr.


Mit herzlichen Grüßen in die Adventszeit
Ihre Silke Müller, Schulleiterin